Die erste Anwendung dieser Hartmetalle war die Bearbeitung kunststoffbeschichteter,
dekorativer Flachpressplatten in der Möbelindustrie; gegenwärtig gilt das Bohren
und Fräsen von Elektronik-Leiterplatten als das wichtigste Einsatzgebiet.
Zur Erzielung hoher Standwegleistungen war eine scharfe Schneide erforderlich, die
auch nur sehr langsam abstumpft.
Erst durch die Verkleinerung der WC-Einsatzkorngröße konnten die Anforderungen nach
hoher Härte und gleichzeitig hoher Zähigkeit, hoher Verschleißfestigkeit und guter
Bearbeitbarkeit der Werkzeuge erfüllt werden.
In der spanenden Metallbearbeitung haben diese Sorten die derzeitigen Spitzen-technologien,
wie Hochgeschwindigkeitsbearbeitung (HSC), Hartbearbeitung, Trocken-bearbeitung
und
Hochleistungsbearbeitung, praktisch erst ermöglicht.
Im Werkzeug- und Formenbau sind in oft trockener Bearbeitung hohe Anteile an Freiformflächen
herzustellen. Erst die feinstkörnigen HM-Sorten boten die Gewähr zur Herstellung
der formkomplizierten Fräs- und Bohrwerkzeuge mit scharfkantigen Schneiden und teilweise
hochpositiven Spanwinkeln.
Für die folgenden Anwendungen und Werkzeuge wurde der Einsatz von Feinststruktur-Hartmetallen
berichtet:
- Bohren von hochfestem und gehärtetem Stahl
- Bohren von hoch-Si-haltigen Al-Legierungen
- Bohren von faserverstärktem Kunststoff
- HSC-Fräsen
- Schälwälzstoßen bei der Zahnradfertigung
- Hartfräsen mit TiAlN-beschichteten FK-HM (200-350m/min;0,1-0,2mm/U;0,1mm)
- VHM-Wälzfräser
- Räumwerkzeuge
- Papierschneidemesser
- Printbohrer und Mikrofräser
Inzwischen sind je nach Anwendungsaufgabe eine Vielzahl an Beschichtungen auf der Basis von Ti- und Al-Verbindungen entwickelt worden, die den Einsatz noch erfolgreicher
gestalten.
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